Bevor der Bach zum Stausee wird „Vision 21“ heißt das Motto, mit dem ein EU-Programm ländliche Orte auch um Oelsnitz und Lugau stärken will. Doch was verbirgt sich dahinter? Und was bringt es den Menschen? „Freie Presse“ war bei einem Vor-Ort-Termin dabei. Stollberger Zeitung, 09.09.2011 Ohne dieses Programm gäbe es die Baustelle auf dem Hohndorfer Friedhof nicht. Die schon sehr lange geplante Erweiterung und Sanierung des zum Teil maroden Gebäudekomplexes Trauerhalle und Friedhofmeisterhaus konnte die Kirchgemeinde als Bauherr erst mit Bereitstellung der Fördermittel angehen. Das Vorhaben kostet 345.000 Euro, 215.000 Euro beträgt die Fördersumme. Die Differenz finanzieren Kommune und Kirchgemeinde. Das Regionalmanagement für das „Lugau-Oelsnitzer Becken“ hat die Steg Stadtentwicklung GmbH übernommen. „Vision 21“ heißt das Motto, unter dem die Maßnahmen stehen. „Förderprogramme sind immer auch Anreizprogramme“, erklärt Steg-Mitarbeiter Andreas Worbs. Jeder Förder-Euro aktiviere auch privates Kapital. Er verdeutlicht es an Zahlen einer Studie über die Städtebauförderung: Auf einen Euro Förderung kämen acht Euro, die der Bezuschusste einsetzt. In dieser Woche hat der sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Frank Kupfer, der Ile-Region einen Besuch abgestattet. Ihm wurden nicht nur abgeschlossene Projekte wie der Parkplatz gegenüber der Montessori-Grundschule in Erlbach-Kirchberg und die Trauerhalle auf dem Friedhof Erlbach präsentiert. Die kleine Tour führte auch zu einem Gewerbetreibenden von Erlbach-Kirchberg, dessen Wirtschaftshof durch das August-Hochwasser zerstört wurde. Der Versuch der Gemeinde, die Instandsetzung der Bachmauer über den Hochwasserschutz-Fördertopf zu bezuschussen, war gescheitert, weil sich der Schaden auf privatem Grund befindet. Doch die Kommune hat großes Interesse an der Schadensbeseitigung: Stürzt die Mauer komplett ein, wird der Bach zum Stausee. Der Wirtschaftshof ist nun in die Liste der Ile-Projekte für 2012 aufgenommen. Die Chancen auf eine 40-prozentige Förderung stehen gut, sagt Worbs. Einige der Fragen des Koordinierungskreises nahm Minister Kupfer unbeantwortet „nach Dresden mit“, sagt Lugaus Bürgermeister Thomas Weikert. Aber es habe auch klare Aussagen gegeben: Es wird weder eine Budgeterhöhung geben, noch werden Orte mit mehr als 5000 Einwohnern förderfähig werden.
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