Natur- und Artenschutzlösungen mit der STEG

Die STEG hat in Weil der Stadt-Schafhausen "Hinter Höfen" ein freiwilliges Baulandumlegungsverfahren durchgeführt. Im Zuge der Entwicklung des Bebauungsplans stellte sich heraus, dass das Umlegungsgebiet das Jagdhabitat des "Grauen Langohres" darstellt  - einer besonders geschützten und seltenen Fledermausart , die in Baden- Württemberg mit nur noch 6 Brutkolonien vertreten ist (eine davon im Gebiet "Hinter Höfen").

Nach eingehender Untersuchung des Geländes stand das gesamte Erschließungsprojekt plötzlich auf der Kippe, denn die Forderungen der Naturschützer waren: Die Bagger dürfen erst anrollen, wenn die Langohren in ein Ausweichquartier umgesiedelt sind. Allerdings zeigt sich "Plecotus Austriacus" ausgesprochen wählerisch, was Jagdreviere und Brutstätten angeht. Die Tiere brauchen eine Allee aus betagten Laub- oder Obstbäumen mit entsprechenden Kronen als Lebensraum und natürlich führte exakt eine solche Allee quer durch das angedachte Baugebiet.

Das Fledermausschutzprogramm für Weil der Stadt-Schafhausen

Als Partner der Stadt machte sich die STEG umgehend auf die Suche nach einer tragfähigen Lösung: die STEG stellte ein Fachgremium aus Landschaftsarchitekten mit einer Arbeitsgruppe für Tierökologie, einer Anwaltskanzlei, Ökologischen Gutachtern und dem zuständigen Landratsamt Böblingen zusammen. 

In zweijähriger intensiver Arbeit wurde ein sogenanntes "Fledermausschutzprogramm" mit folgenden Maßnahmen entwickelt, das schließlich die Rechtskraft des Bebauungsplans ermöglichte:

  • Baumneupflanzungen mit bestimmter Baumhöhe und Baumumpflanzungen (nicht nur auf städtischen, sondern auch auf privaten Bauflächen)
  • Erhaltungsgebote für bestimmte Bäume 
  • Erhaltung und Neupflanzung von Heckenriegeln
  • Aufhängen von 20 Nistkästen im Gebiet
  • Schaffung von Ersatzflächen außerhalb des Umlegungsgebietes
  • Einhaltung eines stringenten Zeitplanes unter Berücksichtigung von diversen Brut-und Vegetationszeiten
  • Überwachung dieser Maßnahmen durch ein Langzeitmonitoring.

Leitfaden für die Arbeit dieses Expertenteams war das von Herrn Matthäus (Ökologischer Gutachter) erstellte Ablaufchart für die Artenschutzrechtliche Prüfung bei Vorhaben nach § 42 Abs. 1 und 5 BNatSchG neu inkl. Ausnahmeprüfung.

Ökologisch verträglicher und ökonomisch tragfähiger Wohn- und Gewerbeflächenbau

Diese weit reichende Lösung, mit der letztlich der Weg zur Realisierung des gesamten Erschließungsvorhabens geebnet werden konnte, steht exemplarisch für das umfassende Leistungsangebot, mit dem die STEG öffentlichen Verwaltungen bei der Umsetzung ökologisch verträglicher und ökonomisch tragfähiger Wohn- und Gewerbeflächen zur Seite steht - einer Aufgabe, die für die Standortsicherung und die zukünftige Entwicklung einer Kommune nach wie vor von grundlegender Bedeutung ist.